Ein Tag im Genlabor
von Gabriele Günther
Haben Sie schon einmal DNA angefasst?
Nein??? – Das kann aber jeder. Man nehme Zwiebeln, eine Reibe, ein paar Chemikalien, Geduld und …. den Rest erfahren Sie im Bayer Schülerlabor, wenn Sie mit dem Biologie-Leistungskurs zu unserem jährlichen Besuchstermin bei Bayer Healthcare nach Wuppertal fahren.
Ein Tag im Genlabor bietet für unsere Studierenden die Gelegenheit, einmal mit professioneller Ausstattung moderne Gentechnik praktisch zu erproben …und eben DNA tatsächlich einmal anzusehen und anzufassen. Bei diesem ersten Experiment wird sie isoliert und auf ein Holzstöckchen gewickelt – ein unvergesslicher Moment, wenn man dieses Molekül des Lebens wirklich nicht nur im Lehrbuch als Schemazeichnung, sondern aus lebenden Zellen als fädige Ausflockung gewonnen, vor sich sieht.
Im letzten Jahr begaben wir uns an einem freundlichen Septembertag in den frühmorgendlichen Berufsverkehr und trafen uns im Pförtnerhaus des Healthcare Pharmaforschungszentrums von Bayer in Wuppertal. Dort mussten wir erst einmal wegen der Werkschutzbestimmungen alle einen Besucherausweis anstecken und die Handys ausschalten.
Über das Werksgelände durften wir dann aber alleine zu den Ausbildungslabors laufen, weil wir Lehrerinnen uns ja schon ganz gut auskennen. Dort wurden wir von zwei netten Laboranten in das Schülerlabor geleitet, wo wir zunächst einige wichtige Hinweise zur Laborordnung und zum Arbeitsschutz bekamen. So sind Kittel, Schutzbrille und Schutzhandschuhe beim Arbeiten unabdingbar. Neben den zwei Laboranten stand uns noch eine voll ausgebildete Biologin hilfreich zur Seite, die alle Arbeitsschritte vorab ausführlich erklärte.
Nach kurzer Eingewöhnung ging die Arbeit den Studierenden schon ganz professionell von der Hand und die ersten stolzen Ergebnisse lagen bald vor: DNA aus Escherischia coli und Zwiebeln war isoliert, gereinigt und konnte nun mit Holzstäbchen aus der Lösung "herausgefischt" und aufgewickelt werden – Molekulargenetik "zum Anfassen". Dann wurde von dieser gewonnenen DNA ein genetischer Fingerabdruck erzeugt - ein wichtiges Verfahren, das in der Kriminologie heute zur Routine geworden ist. Zum Schluss lernten die Studierenden noch, wie DNA von anderen Makromolekülen im Labor mit Hilfe von Lichtabsorption voneinander unterschieden werden können.
Insgesamt war die Begeisterung der Studierenden am Ende des Tages sowohl über die gelungene Arbeit als auch über die gute Betreuung sehr groß. Ein Kommentar einer Studierenden sei hier stellvertretend für die Meinung des Kurses aufgeführt:
"Die Experimente haben mir sehr gut gefallen. Sie haben mir geholfen, die Molekulargenetik 'begreifbar' zu machen und mein Wissen in die Praxis umzusetzen". Und auf meine Frage an alle Teilnehmer, ob sie auch anderen Studierenden raten würden für das Praktikum einen Urlaubstag zu opfern, hört man immer wieder: "Auf jeden Fall!"
