Back to the roots

von Gabriele Günther

Kurz vor dem Abitur, am Ende aller Mühen, gönnt sich der Biologie-Leistungskurs immer eine interessante Zeitreise – zurück in die Zeit, als Europa noch fast menschenleer war – zumindest leer bezüglich Homo sapiens sapiens, denn wir waren bekanntlich nicht die ersten hier:

Unser Vetter, der Neandertaler, beherrschte Europa in der Zeit von vor ca. 160.000 bis mindestens vor 30.000 Jahren, vielleicht sogar vor 24.000 Jahren. Dann verschwand er plötzlich, was der Wissenschaft große Rätsel aufgibt. Wie die neuesten Erkenntnisse bestätigen, ist er aber doch in unserem Erbgut noch präsent. Also haben wir uns vor 30.000 Jahren wohl doch vermischt? Hierzu fehlen immer noch weitere Belege.

Zwischen Mettmann und Erkrath, keine 30 Kilometer von unserer Schule, hat der Urmensch ein eigenes Museum ganz in der Nähe von Neuss. Denn schließlich bekam der Neandertaler seinen Namen von diesem Tal, dort war der erste Fundort seiner knöchernen Überreste, die man erst 1856 entdeckte. Mit diesem ersten Fund eines Vormenschen wurde eine neue Wissenschaft begründet: die Anthropologie. Das Museum im Neandertal zeigt den Fundort und die Funde, aber auch die Entwicklung der Menschheit insgesamt und so wird ein Unterrichtsthema hier anschaulich und höchst interessant aufgearbeitet, wobei der Kopf dabei schon eingesetzt werden muss.

Eine der interessantesten Fragen der Wissenschaft ist schließlich, woher wir kommen, wie und warum wir uns aus den Vorfahren, die wir mit den Menschenaffen Gorilla, Schimpanse und Orang-Utan gemeinsam haben, entwickelten. Es ist schon etwas ganz Besonderes, einmal einem Homo erectus, der fast zwei Millionen Jahre Afrika, Asien und Europa besiedelt hat, jedoch seit langem ausgestorben ist, direkt gegenüber zu stehen – das machen die lebensgroßen Nachbildungen in Schaukästen im Museum möglich.

Auch die Bedingungen, die in Afrika vor einigen Millionen Jahren zu dieser Abspaltung der Vormenschen führte, werden anschaulich erläutert. Besonderen Spaß machte den Studierenden, dass sie sich mithilfe von Kopfhörern an Hörstationen zu selbst gewählten Themen ihr eigenes Informationsprogramm zusammenstellen können. Oder anhand von Archivschränken Materialien erkunden konnten. Wer kann schon glauben, dass die Urmenschen Schädeloperationen durchführten, die der gepeinigte Patient überlebte? Oder dass sie besondere Bestattungsriten hatten, bei denen Knochen vom Fleisch befreit wurden, und wegen derer sie später zu Kannibalen gestempelt wurden?

Viele Fragen – auch die, wohin wohl unsere Entwicklung geht, und warum Aggressionen zwischen Menschen immer noch zu Krieg und Elend führen - werden aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet.

Umso verdienter ist der Cappuccino am Ende der Zeitreise im Museumscafé, das einen herrlichen Blick in die Landschaft des Neandertals freigibt.

Viele Fragen – auch die, wohin wohl unsere Entwicklung geht, und warum Aggressionen zwischen Menschen immer noch zu Krieg und Elend führen - werden aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet.

Umso verdienter ist der Cappuccino am Ende der Zeitreise im Museumscafé, das einen herrlichen Blick in die Landschaft des Neandertals freigibt.